JOKA-Notizen

” Alles Geschriebene bisher Quark ” (Robert Wienes) – - – journal (blog) von Johannes Kapp

Körper

  • Nachtzug nach Lissabon Mercier
  • Schmerznovelle Krausser
  • Tauben im Gras Koeppen
  • Mohn und Gedächtnis Celan
  • Körperzeit DeLillo
  • Dein Gesicht morgen, 1: Fieber und Lanze; 2: Tanz und Traum Marias
  • Ein Regenschirm für diesen Tag Genazino
  • Eros Krausser
  • Thanatos Krausser
  • Speed Klaus Mann
  • Mars Fritz Zorn
  • muttersterben Lentz
  • Die Geschichte von Herrn Sommer Süskind
  • Am Hang Markus Werner
  • Die Krankheit Tod Marguerite Duras

Körper-Bücher – Sammlung
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Figuren u. Berufe in W.Genazino “Liebesblödigkeit“:

Protagonist u. Erzähler, freischaffender Apokalyptiker
Judith, Klavierlehrerin und Sandra, Sekretärin, Geliebte
Bettina, Interviewerin für Schockforschung, geschiedene Frau

Frau Dr. Pfister, Staubforscherin
Morgenthaler, Maler und Empörtenbeauftragter
Dr. Ostwald, Panikberater
Her Mannschott, Alkohol-Sekretär
Dr. Blaul, Ekelreferent
Henschel, Sachbearbeiter bei der Humanitas
Herr Bausback, Postfeind

(“Amt ohne Ehrgeiz” – Kafka in seinem Tagebuch über die Post)

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Wie profitiert man von der Angst?

„Und die, die in der Öffentlichkeit tanzen, Bertram? Sind die auch gefährdet?“ […]

„Nein, Jack, Tänzerinnen, sind es sehr viel weniger, du musst bedenken, dass Bewegen schützt, das riskante ist, stillzustehen, das macht dich verletzlicher. Wer flieht oder sich versteckt, weiß das oft nicht, er lässt zu, dass die Angst von ihm profitiert, statt selbst von der Angst zu profitieren.“ […]

„Wie profitiert man von der Angst? […] Ich nehme an, Sie meinen die eigene Angst.“

Worauf er erwiderte:

„Die Angst ist die stärkste Kraft, die existiert, wenn es einem gelingt, sich ihr zu fügen, sich in ihr einzurichten, in gutem Einvernehmen mit ihr zu leben. Und seine Energien nicht mit Kämpfen vergeudet, um sie zu vertreiben. Bei diesem Kampf gewinnt man nie ganz; noch in den Augenblicken scheinbaren Sieges stellt man sich auf ihre Rückkehr ein, man lebt in der Bedrohung, und dann ist man gelähmt, und es ist die Angst, die profitiert. Wenn man sie dagegen zulässt (das heißt, wenn man sich anpasst, wenn man sich daran gewöhnt, dass sie da ist), besitzt man eine Kraft, die mit keiner anderen vergleichbar ist, und kann von ihr profitieren, kann sie benutzen. Ihre Möglichkeiten sind unbegrenzt, sind größer als die des Hasses, des Ehrgeizes, der Bedingungslosigkeit, der Liebe, der Rachsucht; sie sind unbekannt. Ein Mensch mit fundierter Angst, mit einer aktiven, aber in sein normales Leben integrierten Angst, einer täglichen Angst, ist wahrhaft übermenschlicher Taten fähig. […]“

in: Javier Marias: Dein Gesicht morgen, 2 Tanz und Traum, Stuttgart 2006, S.66-67